Anbau von grünem Tee auf Sri Lanka. | Quelle: © Bernard Gagnon

Das Selbe, aber nicht das Gleiche: Grüner und Schwarzer Tee

Den Begriff „Tee“ bedeutet bei uns soviel wie „Heißgetränk, bei dem irgendwas mit heißem Wasser übergossen wird“. Die zweite Bedeutung wird aber oft vernachlässigt: Die Teepflanze, die schon seit tausenden von Jahren in China angebaut wird. Aus ebendieser Teepflanze werden alle „klassischen“ Teesorten gewonnen: Schwarzer Tee, Grüner Tee, Weißer Tee, Gelber Tee und Oolong.

Der Unterschied der Teesorten liegt also nicht in der Pflanze, sondern in der Herstellung: Während beispielsweise Schwarzer Tee oxidiert wird, macht der Grüntee eine andere Prozedur durch: Pflücken, Welken, Rösten oder Dämpfen und schlussendlich Rollen, um das Aroma zu versiegeln. Diese Herstellungsart gibt es bereits seit dem 6.Jahrhundert vor Christus. Ab 1500 floss erstmals Grüntee in europäische Tassen. Heute werden zahlreiche Sorten – ob herkömmlich oder öko – aus China, Japan und Indien im Teehaus gehandelt.

Das Wundermittel Grüntee in der Medizin

Grüner Tee – Gelber Tee – Oolong Tee – Schwarzer Tee, allesamt aus derselben Pflanze entstanden.

Grüner Tee ist eines der wenigen Dinge in unserem Leben, die es schaffen, sowohl Lebensqualität als auch Lebenserwartung zu steigern. Nicht überzeugt von der Wirkung? In einer elfjährigen Studie sank die Sterberate von Frauen, die täglich Grüntee tranken, um ein Fünftel. Grüner Tee hat eine  kräftigende Wirkung auf das Herz und senkt sowohl das Krebs- als auch das Kariesrisiko. Sogar bei unheilbaren Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, Multipler Sklerose und Diabetes verzögert Grüner Tee den Krankheitsverlauf oder erzeugt anderweitig positive Effekte.

Wer während einer Behandlung mit Antibiotika auch Grüntee zu sich nimmt, steigert die Wirkung erheblich – sogar dann, wenn die Keime zuvor nicht mehr darauf ansprachen. Seine entzündungshemmende Wirkung und die gute Verträglichkeit machen den Tee zu einem willkommenen Helfer der Medizin. Wer noch mehr der heilsamen Inhaltsstoffe aufnehmen will, trinkt ihn am Besten ohne Milch und mit einem Schuss Zitrone.

Nicht für jedermann: Die richtige Zubereitung von Grünem Tee

Wer glaubt, man könnte grünen Tee einfach mit kochendem Wasser überschütten, irrt sich mehrfach. Es gehört einiges dazu, eine Tasse auch richtig zu brauen. Wer Blatttee besitzt, wäscht diesen vor dem Aufguss vorsichtig ab, um Staubreste zu entfernen. Das absolute No-Go bei Grüntee ist kochendes Wasser. Je nach Sorte bevorzugt werden 50 bis 90 Grad, wer keine Verpackung mehr hat, kann im Teehaus nachfragen. Der Grüne Tee kann zwei bis drei Mal aufgegossen werden, die Ziehzeit wird in diesem Fall kürzer. Kenner bevorzugen oft den zweiten Aufguss und prägten das Sprichwort „Die erste Tasse für den Feind, die zweite Tasse für den Freund.“

Wer es einmal exotisch-nordwestafrikanisch probieren möchte, hält sich an folgende Variante: Die Grüntee-Sorte Gunpowder wird dreimal aufgegossen, jedesmal mit einer ordentlichen Portion an Zucker und Minze. Wichtig ist, dass aus großer Höhe in die Teegläser eingeschenkt wird, damit Schaum ensteht. Na dann, zum Wohle!

Text: mh

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