Sequoia National Park, Kalifornien. | Quelle: © Alberto Carrasco Casado

Mammutbäume sind überraschend feuertauglich

133 heute noch lebende Arten umfasst die Familie der Zypressengewächse. Die meisten von ihnen sind großwüchsige Bäume mit breiten Stämmen. In einer Unterfamilie finden sich auch die Giganten unter den Bäumen, die Mammutbäume. Von ihnen sind heute noch drei Arten am leben, viele weitere wurden als Fossile entdeckt. Die drei heutigen lebenden Arten sind der Riesenmammutbaum (auch unter dem Namen Bergmammutbaum bekannt), der Urweltmammutbaum und der Küstenmammutbaum, der etwas schlanker als seine beiden Brüder ausfällt. Mammutbäume sind Prophyten, das heißt, sie sind an Lebensräume mit häufigen Bränden angepasst. Bei einem Waldbrand kassieren sie trotz dicker Rinde zwar einige Narben, nutzen aber auch eine äußerst vorteilhafte Situation: Nach einem Brand öffnen sich die Zapfen eines Mammutbaumes und die Samen fallen direkt ein eine nährstoffreiche Ascheschicht. Und die Narben, nun gut, heilen mit den Jahrzehnten auch wieder aus. Soviel Zeit hat ein Mammutbaum allemal.

Die beeindruckenden Daten der Mammutbäume

Der Querschnitt durch einen Riesenmammutbaum.

Die Ausmaße der Mammutbäume sind im Pflanzenreich bisher ungeschlagen. Diese Bäume, die sich heute noch im Wind wiegen, wuchsen schon bevor Jesus in seine Strohkrippe gelegt oder Rom gegründet wurde. Über 3000 Jahre alt erreichen sie einen Stammdurchmesser von mehr als 10 Metern und eine Höhe von über 100 Metern. Können Sie sich vorstellen, was so ein Gigant wiegt? Kein Problem, es gibt Hilfestellung: Ein Mammutbaum von gewaltigem Kaliber wiegt etwa 2400 Tonnen. Das sind umgerechnet etwa 353 Tyrannosaurus Rex, 18 Blauwale oder 6 vollgetankte Airbus A380.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind die Giganten auch in Europa und Deutschland zu finden – wie alt sie dort werden, ist schwer vorauszusagen. Riesen- und Urweltmammutbaum sind über Samen zu vermehren, quasi winterhart und gehören mittlerweile sogar zum Baumschulensortiment.

Der größte Baum der Erde: der General Sherman Tree

Der General Sherman Tree, ein Riesenmammutbaum, der im Sequoia-Nationalpark in Kalifornien steht, ist zugegebenermaßen ziemlich niedrig: Mit nur 84 Metern Höhe wird der General Sherman Tree vom „höchsten Baum der Erde“, einem Küstenmammutbaum mit 116 Metern, locker in die Tasche gesteckt. Auch den Titel als „dicksten Baum der Erde“ muss er abgeben. Die Bezeichnung als „größter Baum der Erde“ dreht sich um das gigantische Volumen seines Stammes, die im Pflanzenreich weltweit ungeschlagen ist: 1489 Kubikmeter, also über 14.000 Liter Wasser.
Benannt hat ihn übrigens der Naturkundler James Wolverton nach einem General, unter dem er im Sezessionskrieg (1861-65) gedient hatte. Zwischenzeitlich von einer sozialistischen Kommune in „Karl Marx Tree“ umbenannt, wurde er bald wieder zum General Sherman Tree.

Text: mh

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