Von der arabischen Halbinsel bis nach Mexiko: Die Echte Aloe

Sie begegnet uns in zahlreichen Cremes und Kosmetikartikeln, sie steht auf vielen Fensterbänken und in der Ferne sogar in der freien Natur: die trotz Stacheln beliebte Aloe Vera. „Vera“ ist dabei nicht nach einer Herzensdame eines verliebten Botanikers benannt, sondern bedeutet im lateinischen schlicht und einfach „wahr“ oder „echt“. Die echte Aloe kommt vermutlich ursprünglich von der arabischen Halbinsel und bevölkert heute beinahe alle tropischen und subtropischen Klimazonen. Als Sukkulent kann sie lange Trockenperioden überstehen und hat ihre Stacheln vermutlich ausgebildet, um ihre fleischigen Blätter vor Fressfeinden zu schützen. Mit diesem brillianten Schutz hat sie es weit gebracht: Sogar in Mexiko und den Kanarischen Inseln gilt die Aloe Vera heute als eingebürgert.

Verwendung der Aloe in Kosmetik und Medizin

Die Aloe Vera findet großen Anklang bei der Verwendung in der Kosmetik. Ihr werden als Wirkstoff entzündungshemmende, heilende und hautberuhigende Eigenschaften zugeschrieben, weshalb sie gerne in Cremes und sonstigen Kosmetika verwendet und stolz verkündet wird. Obwohl die stachlige Echte Aloe bei weitem keine Schönheit ist, schafft sie es oft mit Bild aufs Etikett. Gewonnen wird das in der Kosmetik verwendete „Aloe-Gel“ aus dem wasserspeichernden Gewebe der Blätter.
Etwas weniger beliebt ist die Verwendung der Aloe in der Medizin. Zwar kann sie wirkungsvoll gegen Verstopfung eingesetzt werden, sie enthält jedoch einige Stoffe, die zu zahlreichen Nebenwirkungen bis hin zu Nierenentzündungen führen können. Der Wirkstoff wird über das Eindampfen des Blattsaftes extrahiert. Die Beliebtheit hat allerdings stark nachgelassen, nachdem besser verträgliche Wirkstoffe auf den Markt kamen.

Wie man eine Echte Aloe richtig pflegt

Wer sich mit Aloe Vera Cremes nicht zufrieden geben will, sondern sein eigenes Exemplar auf der Fensterbank haben will, holt sich am besten ein kleines Exemplar vom Floristen oder bittet Bekannte mit einer Aloe Vera um einen Ableger. Diese eignen sich prima zur Vermehrung. Wie alle Sukkulenten mag die Aloe Vera es warm und sonnig. Am besten gedeiht sie in sehr sandiger und kalkhaltiger Erde. Wer nicht selbst Substrat zusammen mischen will, kann sich eine fertige Sukkulentenmischung beim Gärtner holen. Dabei kann auch gleich noch Kakteendünger eingekauft werden, mit dem die Aloe im Sommer regelmäßig gedüngt werden will. Beim Gießen gibt es zwei Regeln zu beachten. Erstens: Im Sommer regelmäßig, im Winter kaum bis gar nicht gießen. Und zweitens: Niemals eine Echte Aloe von oben gießen! Die Blätter wollen immer schön trocken bleiben. Mit ein bisschen Pflege hat man seine eigene kleine Apotheke – jedenfalls der, der es verträgt.

Text: mh

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