Lebensmittel aus ökologischem Anbau auf einem Markt in Argentinien.

„Darfs ein bisschen mehr sein?“

Bio-Lebensmittel sind weiter auf dem Vormarsch

Ein Fünftel der deutschen Einkäufer greifen häufig oder sogar ausschließlich zu Bioprodukten – Grund genug also, sich selbst einmal näher mit dem Thema der ökologischen Landwirtschaft zu befassen. Diese Form der Landwirtschaft hat sich zum Ziel gesetzt, unsere Lebensmittel möglichst naturschonend zu produzieren. Als Grundlage dienen Erkenntnisse aus der Ökologie und dem Umweltschutz. Für die Qualitätssicherung gibt es verschiedene Siegel, die nach zahlreichen Richtlinien vergeben werden. Diese können sich zum Beispiel so anhören: „Mindestens die Hälfte des Tierfutters muss vom eigenen Hof kommen.“
In der Praxis bedeutet ein Umstieg von der konventionellen zur biologischen Landwirtschaft viel Bürokratie und Umgestaltung für die Landwirte. Der Bauer muss sich viel Wissen rund um Themen wie z.B. Mischkultur aneignen, das neue Wissen anwenden und alle Mitarbeiter auf dem Hof darüber informieren. Er wird sich durch zahlreiche Kontrollen schlagen müssen, um ein Gütesiegel erst einmal zu erhalten.

Was kriegen wir für unser Geld?

Über die Preise von Bioprodukten

Schönes, natürliches Blütenmeer: Auch im eigenen Garten lässt sich gut auf ökologischen Anbau achten.

Zwar unterstützt die Europäische Union mit einem Großteil ihres Budgets die Landwirtschaft in den Mitgliedsländern, für den ökologischen Anbau fällt aber am Aufwand gemessen eher wenig ab.
Die höheren Preise sind es auch, die viele Verbraucher noch von den Bio-Produkten abhalten. Die Preise entstehen dadurch, dass ein Biohof kurzfristig betrachtet nicht so „effektiv“ arbeitet. So passen in den gleichen Stall z.B. weniger Hühner, weil Richtlinien beachtet werden, die Ernte fällt etwas geringer aus weil die Pflanzen ohne Mineraldünger, Gentechnik und bestimmte Pflanzenschutzmittel weniger wehrhaft gegen Wetter und Schädlinge sind. Auf diese Weise entstehen höhere Produktionskosten für den Bauern, die er an den Kunden weitergeben muss. Langfristig betrachtet aber leistet die ökologische Landwirtschaft einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit, denn durch intensive konventionelle Flächennutzung gehen Jahr für Jahr wichtige Anbaugebiete verloren. Mit viel Weitsicht lohnt es sich am Ende also doch, ab und an etwas mehr zu bezahlen.

Bio, Öko und der Siegel-Dschungel

Welche Siegel bedeuten was?

Gerade, als Bio und Öko plötzlich nicht mehr weltfremd waren, sondern modern wurden und zum bewussten Leben dazugehörten, entdeckten zahlreiche Hersteller die Möglichkeit, „bio“ und „öko“ als Verbraucherfallen auf ihre Produkte zu drucken. Damit ist es zum Glück vorbei: Die Begriffe „bio“ und „öko“ sind mittlerweile geschützt. Trotzdem sehen wir immer noch glückliche Kühe auf endlosen grünen Wiesen, auf die es gilt, nicht hereinzufallen.

Vertrauen können wir, oder besser: müssen wir, den Bio-Siegeln. Am bekanntesten ist das grüne Bio-Sechseck und das grüne EU-Blatt, die beide die gleichen Kriterien haben – mindestens 95% des Produktes müssen aus ökologischer Landwirtschaft stammen. Noch strenger sind die Siegel verschiedener Anbauverbände wie demeter und bioland, die eine 100%-Quote fordern. Außerdem dürfen dem Produkt keine Geschmacksverstärker, künstliche Aromen oder Farb- und Konservierungsstoffe zugefügt werden. Na dann, guten Appetit!

Text: mh

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