| Quelle: © H. Zell

Was die Mimose alles kann: vermehren, blühen, schnell zurückziehen

Anders als die Bedeutung der „Mimose“ beim Menschen, ist die pflanzliche Mimose eigentlich so gar nicht zickig. Wenn die Mimose (mimosa pudica) für eine Fähigkeit bekannt ist, ist es nicht meckern oder mäkeln, sondern sich zurückziehen: Sie reagiert auf Berührung, Hitze und Kälte durch sogenannte „Nastien“ (eine Art Pflanzenbewegung) und faltet zu ihrem Schutz elegant ihre feinen Blättchen zusammen. Die Mimose ist ein Halbstrauch, der im Alter leicht verholzt. Ihren Ursprung hat die symbolhafte Pflanze in Südamerika, wo sie auch prächtig gedeiht und sogar als invasiv bekämpft wird. Bei richtiger Pflege bildet sie auch in Europa von Juli bis Oktober flauschige und kugelrunde Blüten und Samen aus, über die sich die Mimose gut selbst vermehren kann und vermehren lässt. Sie ist nicht als giftig eingestuft, aber durchaus als unverträglich und sollte daher so unzugänglich wie möglich für Kinder und Haustiere aufgestellt werden.

Die berühmte Reaktion der Mimose: Nastien

Die Reaktion der Mimose auf Berührung.

Wer eine Mimosenpflanze das erste Mal berühren darf, ist entzückt und erstaunt: Die Fiederblättchen beginnen sich augenblicklich der Reihe nach zusammenzufalten, bis das Blatt ganz geschlossen ist. Nach etwa einer halben Stunde ist es wieder geöffnet und der Spaß kann von vorne beginnen. Nur Vorsicht: Wer seine Mimose ständig nervt und ihr mit Feuerzeug, Finger und Eiswürfeln zusetzt, schadet damit nur der Pflanze und der Reaktionsfähigkeit. Die Reaktion heißt Nastien und kommt zustande, weil Zellen im Bereich der „Blattgelenke“ Kaliumionen verlieren. Als Folge verlieren die Zellen Wasser und die Blattgelenke erschlaffen. Mit dieser interessanten Reaktion ist die Mimose ein prima Geschenk und lässt sich mit Samen einfach vermehren. Interessant ist dabei, dass die Mimosenpflanze wirklich nur auf Fremdkörper reagiert – bewegt sie sich in einem Luftzug und berührt sich selbst, juckt sie das im wahrsten Sinne des Wortes überhaupt nicht.

Eine robuste Latina für die Fensterbank

Egal ob die Mimose als Samen zum Vermehren oder Pflanze angeschafft wird: Sie ist einfach zu pflegen und eigentlich gar nicht so empfindlich, wie die vermenschlichte Bedeutung es heute naheliegt. In einem lockeren Substrat auf Kompostbasis Die Mimose mag helle Fensterbretter, auf denen sie im Sommer ein paar Stunden direkt von der Sonne erwischt wird. Die Luftfeuchtigkeit sollte mit Wasserschalen etc. relativ hoch gehalten werden und je weniger im Raum geraucht wird, desto besser für die Pflanze. Von besonderer Bedeutung beim Pflegen ist das Gießen: Der Wurzelballen sollte immer gut durchfeuchtet sein, vor dem nächsten Gießen sollten die oberen Schichten aber bereits ein wenig angetrocknet sein. Wer die Pflanze umtopft, kann das getrost erst bei hohem Grad an Durchwurzlung tun, wenn sie es ein bisschen enger hat, gedeiht sie besser. Nach dem Umtopfen muss man sich übrigens keine Sorgen machen: Die Mimose sieht wegen der Nastien völlig zerzaust und mitgenommen aus, erholt sich aber schnell von der gutgemeinten Pflege. Sie ist eben doch nicht so mimosenhaft, wie die meisten glauben.

Text: mh

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