Nicht nur zu Pancakes, auch zu Waffeln macht sich ein Stückchen Butter und großzügig Ahornsirup besonders gut. | Quelle: © Evan Swigart

Der Zuckerahorn fühlt sich wohl in Kanada und den USA

Der Zuckerahorn ist kein gewöhnlicher Ahorn. Zwar stammt er, wie unser in Europa heimischer Ahorn auch, aus der Gattung der Ahorne (womit auch gleich der Plural geklärt wäre), aber neben seinem harten Holz liefert er noch etwas Besonderes: Zuckersaft, aus dem später Ahornsirup gewonnen wird. Der Baum wird bis zu 40 Meter hoch und sein schönes Farbspektrum im Herbst färbt den Indian Summer in den USA und in Kanada tatkräftig mit. Sein Blatt ziert die Kanadadische Flagge und sein Holz wird mit Vorliebe für die Möbel- und Furnierherstellung verwendet.
Noch ein Baum, auf den diese Eigenschaften zutreffen, ist der Schwarze Zuckerahorn, ein wesentlich kleinerer Baum mit dunklerer Borke. Auch er wächst in niederen Höhenlagen im Norden der USA und im südlichen Ontario auf kanadischem Gebiet.

Indianer sind die Entdecker des Ahornsirups

Traditionelle Weise der Zuckersaft-Ernte.

Eine Legende vom Volk der Irokesen erzählt die Geschichte der Entdeckung des Ahornsirups. Die Irokesen sind eine Gruppe von Indianern, die der gleichen Sprachfamilie angehörten und von Nordamerika bis ins südliche Kanada verbreitet waren.
Dieser Legende nach kam ein Jäger der Irokesen nach Hause. Über der Kochstelle, über der es süßlich roch, bereitete seine Frau eine Mahlzeit zu. Sie hatte Regenwasser aus einem ausgehöhlten Stamm verwendet, der sich unter einem Ahornbaum befand. Auch die Speise selbst schmeckte süß. Von nun an nahmen die Indianer ihre Tomahawks, kleine Beile, die aus Stein, Obsidian und später auch Eisen hergestellt wurden und verletzten die Bäume. In den Saft, den sie auffingen, legten sie Kochsteine und verdampften so einen großen Teil an Wasser. Es entstand erstmals der dickflüssige Ahornsirup, für den wir uns bei den erfindungsreichen Indianern zu bedanken haben.

Der wertvolle Ahornsirup in der nordamerikanischen Küche

Die hohen Preise für den Ahornsirup sind durchaus begründet: Um einen Liter Ahornsirup herzustellen, werden etwa 40 Liter Zuckersaft benötigt. Ein alter Baum produziert diese Menge in etwa zwei Wochen. Traditionell wird der Saft mit Eimern aufgefangen, heutzutage aber mit kleinen Plastikpipelines. Amateure feiern das anschließende Einkochen als „Sugaring-off-party“. In der nordamerikanischen Küche wird Ahornsirup zu Waffeln, Eiscreme und Pancakes gegessen.
Das Rezept für die Pancakes, die etwas kleiner, dicker und luftiger sind als Pfannkuchen, ist einfach: Für drei Portionen nehme man 200g Mehl, 1 TL Backpulver, ein Ei, ein Päckchen Vanillezucker und 1 Messerspitze Salz. Das Ei wird getrennt und alles außer das Eiweiß zu einer cremigen Masse geschlagen, bei Bedarf kann schluckweise Milch beigegeben werden. Das Eiweiß wird steif geschlagen und untergehoben, dann können die Pancakes in Butter ausgebacken werden. Serviert wird das ganze – natürlich – mit Ahornsirup!

Text: mh

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